1.FC Kaiserslautern - Alemannia Aachen 2:1

Verdient verloren nennt man das wohl. Man kann es aber auch Lehrstunde nennen. Kaiserslautern wittert Morgenluft durch vollen Betzenberg, seltsam unsicher wirkende Aachener und durch den Punktabzug für Koblenz...
Wer sonst als Nemeth besorgt das frühe Führungstor, danach verfällt man wieder in alte Muster: Führung im Spiel, Niederlage im Kopf und schon fängt man an zu schwimmen. Zum ersten Mal seit Seebergers Amtsantritt schickt er die gleiche Elf wie am Spieltag davor auf den Platz und schon geht's wieder in die Hose. Man baut den Gegner durch eigene Unkonzentriertheiten auf, der wiederum dann zwei Tore macht und die Punkte klaut. Das ist die eine Seite...
Da stehst du als Mannschaft am Abgrund, mit einem Verein, der eigentlich in Liga eins zu Hause sein will und der eine lange Tradition hat, eine ganze Region unter- und hoch hält. Bist fast schon abgeschlagen und -gestiegen, die neue dritte Liga vor Augen, der Abstieg eine Katastrophe für alle. Alle Kräfte werden mobilisiert, der Betzenberg seit langem wieder mal voll gemacht und dann die Nachricht vom Punktabzug für Koblenz. Plötzlich sind es nur noch drei Punkte zum rettenden Ufer, anstatt fünf. Jetzt wird alles in die Wagschale geworfen. Das ist die andere Seite...
Was beiden gemeinsam ist, sind die mannschaftlichen Voraussetzungen: Alemannia Aachen kommt mit dem Selbstvertrauen aus zuletzt drei Siegen am Stück und der Erfahrung aus einer viele Spieltage andauernden Leidenszeit, Kaiserslautern kommt mit der Unsicherheit des Abstiegskampfes, der Resignation der letzten Spieltage, aber mit dem Mut der Verzweiflung, mit dem Funken Hoffnung durch den Punktabzug.
Ich bin mindestens genauso enttäuscht wie Stuckmann. Aber diese Leistung des FCK muss man leider anerkennen... und sollte daraus lernen!
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chrees - 26. Apr, 10:44